Das passiert mir immer mal wieder ... daß ich Zweifel habe, wieviel ich über mich und mein Leben hier schreiben möchte. Wieviel will man generell von sich preisgeben? Fotos? Namen? Orte?
Mein Blog taucht gewollt auf keiner Suchmaschine auf. Auch sonst bin ich blogtechnisch nicht Hans Dampf in allen Gassen und kommentiere auch nicht überall alles, was mich gerade anlacht. Ich strebe nicht nach Ruhm und Berühmtheit in der Bloggerszene. Ich will lieber in meiner klitzekleinen Nische bleiben. Mit eins, zwei treuen Lesern wie dir.
Klar gibt es einem einen Kick, wenn man sieht, daß viele Leute etwas kommentieren, das man selbst verfaßt hat. Nur ist mir der Kick es wert, meine (oftmals nach längerem Nachdenken falschen) Meinungen zu allem und jedem breitzutreten? Nein, das ist es nicht.
Mir sind meine meist stumme Leserschaft sowie die kleine Bloggerclique, in der ich mich rumtreibe, viel lieber. Ich lese die Geschichten von euch zum Teil seit Jahren und kann zusehen, wie ihr euch entwickelt und erwachsen und weise werdet, sofern ihr es noch nicht gewesen seid ^^. Man feiert gemeinsam die Erfolge und erleidet gemeinsam die Niederlagen.
Im Prinzip ist das, was ich liebgewonnen habe, eine digitiale interaktive Brieffreundschaft mit mehreren Menschen gleichzeitig. Ich schreibe meine Geschichten nicht für die Welt da draußen. Ich schreibe meine Geschichten für euch, meine Freunde und meine Bloggerfreunde.
Und trotzdem bleibt immer der fiese kleine Gedanke "Was ist, wenn die falsche Person mitliest? Oder die falsche Person darauf stößt?" bei mir im Hinterkopf und deswegen stehe ich gerade mit dem Bloggen mal wieder auf Kriegsfuß.

Ich glaube, ich mach mal eine Sommerpause in meinem Blog (und spüre insgeheim schon das Kribbeln, daß ich das eh nicht durchhalten werde ^^).
AntwortenLöschenJa, zwischenzeitlich habe ich auch mal derartige Sorgen, muss ich sagen. Ich bin schon diverse Male umgezogen, jedoch nur einmal aus dem Anonymitäts-Grund. (Wenn man in der Blog-Leserschaft Teilnehmer für eine Studie gewinnen möchte, sollte man vorher drüber nachlesen, dass beim Auslesen der Daten auch so eine Art Referrer steht und plötzlich die Versuchsleiter den eigenen Blog kennen. Selbst schuld. :D) Mit Fotos, etc. nehme ich selbst es nicht ganz so genau... ich teile das gern mit den Lesern und freue mich auch über Resonanz. Über den PW-Schutz bin ich nichtsdestotrotz sehr dankbar und nutze ihn auch intensiv, wie du ja weißt.
AntwortenLöschenIrgendwie... na ja, es ist ganz allein dein Blog... wenn du Pause machen willst, machst du Pause, wenn du dich bei einem Eintrag unwohl fühlst, stellst du ihn um, postest ihn nur für dich oder oder oder. Und wenn du die Pause nicht mehr durchhältst, dann ist ja auch das deine Sache. Ich wünsche dir auf jeden Fall einen wunderbaren Sommer, genieß' die Zeit und ich freu' mich auf den Moment, wenn du wiederkommst.
Danke, liebe refuge. Lesen werde ich natürlich weiterhin ^^ Möchte ja auf dem Laufenden bleiben. Nur selbst schreiben ist grad nicht so meins ...
AntwortenLöschenSo, ich setze jetzt zum dritten Mal zu einem Kommentar an. XD Registriert habe ich Deinen Artikel nämlich schon, als Du ihn gebloggt hast, aber...ja, schwieriges Thema.
AntwortenLöschenWer, wenn nicht ich, könnte Deine dahingehenden Sorgen verstehen. Es ist echt ein Manko mit der Frage, wieviel man von sich preisgeben kann, soll, will, etc.
Manchmal beneide ich so Menschen, die ganz unbedarft und charmant (ok, manchmal auch weniger charmant) unter ihrer echten Identität bloggen und jedwede Kritik an sich abprallen lassen. oO
Gibt natürlich genauso viele, die unter ihrem Echtnamen bloggen, aber möglichst nie Position beziehen, um nicht anzuecken. (Was wiederum, je nachdem, wo man arbeitet, auch besser so ist.)
Manchmal nervt mich diese permanente Trennung zwischen "Blog" (resp. "virtueller Persönlichkeit") und "RL-Identität", insbesondere, wenn zwei Kreise beginnen, sich zu überkreuzen und man dann erstmal wieder Maßnahmen ergreifen muss (gerade erst geschehen, weswegen ich nun für Hijack einen extra FB-Account habe...auf manche Kontakte mag ich eben nicht verzichten bzw. mag sie gerne annehmen, dennoch will ich sie nicht in mein "RL-Facebookleben" (?) lassen.)
Naja, jedenfalls...mach, wie Du Dich am wohlsten fühlst. Das ist wohl immer noch das beste Rezept. :)
Manchmal hilft es auch, den eigenen Blog zu durchforsten und ggf. Artikel wegzulöschen, mit denen man sich nicht (mehr) wohlfühlt.
Du bist der Herr der Ringe...ääh, Deines Blogs. ;)
ich frage mich, ob es die Leute nicht immer irgendwann einholt. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber vielleicht in ein paar Jährchen?
AntwortenLöschenIch versuche es auch zu trennen. Aber dieses Trennen fällt einem mehr und mehr schwer, je länger man dabei ist, wie du schon sagtest.
Man fühlt sich wohl und wohler in der gewohnten Blogumgebung, meint seine Pappenheimer zu kennen, postet hier und da was richtig Privates, gibt immer mehr preis und irgendwann tappt man in eine der vielen Fallen, die dabei auftauchen:
- unerwünschte Bekannte, welche aus verschiedenen Gründen den Blog nicht finden sollten, können den Blog einem zuordnen und lesen (heimlich) mit (und entwickeln sich zum realen und/oder virtuellen Troll)
- unerwünschte Unbekannte, welche den Blog nicht finden sollten, können den Blog einem zuordnen und lesen (heimlich) mit (und entwickeln sich zum realen und/oder virtuellen Troll)
Sobald man einmal eine bestimmte Grenze überschritten hat, kann man es nicht mehr rückgängig machen und vor dieser Grenze schrecke ich zurück. Deswegen bin ich so vorsichtig. aber gerade ist es mir einfach zu anstrengend, weswegen ich die sommerpause mache ... :-)