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Donnerstag, 11. Februar 2010

Aberglaube (2)

Noch heute glaube ich daran, daß es Unglück bringt, wenn meine Lieben wissen, an welchem Tag genau ich Prüfungen, Präsentationen etc. habe. Deswegen halte ich mich bedeckt, was das angeht. Nichtmal mein Mann hat dieses Mal gewußt, wann genau meine Präsentation war (ok, dank detektivischer Höchstleistungen konnte er sich das zusammen reimen, aber immerhin war er so nett, es mir nicht auf die Nase zu binden - halbwegs zumindest.).

Dadurch entfällt für mich irgendwie auch ein großer Brocken Leistungsdruck. Wenn jeder es im Vorfeld weiß, ich tausend "Ich drück dir die Daumen für morgen"-Mails und Sms bekomme, abends das Telefon nicht still steht, weil jeder einen weisen Spruch hat, was man gegen "Prüfungsangst" macht, dann fühle ich mich echt unter Erfolgsdruck gesetzt, weil dann alle Leute garantiert auch am folgenden Tag auf der Matte stehen und nachhorchen. Und im Fall, daß halt mal etwas nicht gut läuft, mag ich danach nicht jedem erklären müssen, daß ich versagt habe.

Und deswegen ... sage ich es keinem, das Telefon bleibt ruhig und ich kann Schreckensnachrichten erstmal selbst verarbeiten. Wenn es gut läuft, rufe ich dann alle an und nerve sie zu Tode. Dieses Mal war ich wirklich cool vor der Präsentation. Kein Zittern, kein Fiepsen ... ich bin einfach dahin gefahren und habe mich abgesehen vom Moment direkt vor der Präsentation gefreut, es in ein paar Stunden hinter mir zu haben. So sollte es sein.

Freitag, 29. Januar 2010

Aberglaube (1)

Als Kind war ich felsenfest davon überzeugt, daß mein Leben einen sinusförmigen Wellenverlauf habe. Gut, damals kannte ich das kluge Wort "Sinus" noch nicht, aber ich glaubte ganz fest, daß in meinem Leben ein guter Tag auf einen schlechten Tag folgen würde und auf einen Guten ein Schlechter.

So stand ich jeden zweiten Tag mit dem Wissen auf, daß der Tag toll werden würde und jeden Ersten mit dem Wissen, daß er sch*** sein würde. Ich weiß nicht, wie ich auf den Trichter gekommen bin und heute glaube ich nicht mehr daran, aber als Kind hat das System für mich funktioniert. Nicht immer ... bei weitem nicht immer, aber oft genug, um den Glauben daran in der frühen Kindheit aufrecht erhalten und mich auf jeden zweiten Tag freuen zu können.