Gestern abend gingen wir mit Freunden ins Kino. Der kleine Hobbit. Ich vermeide es eigentlich, in einen so frisch erschienenen Film zu gehen, da so die Kinos immer übervoll mit lauten Menschen ist. Lautes Popcornrascheln nervt. Dumme Zwischenrufe ebenso. Wenn dann noch stinkendes Bier ausgepackt (ich hasse den Geruch von aufgestossenem Bier - WIDERLICH!), Popcorn durch die Gegend fliegt und die Schuhe von Fußstinkern ausgezogen werden, ist das Wir-sind-zu-früh-in-den-Film-gegangen-Paket komplett.
Gut, gestern beschränkte es sich auf lautes Popcorn zwei Sitze neben mir. Kann man noch ertragen ... für 13,50 Euro. Das muß man sich mal vorstellen. Wir zahlen heute 27,- deutsche Mark für eine Kinokarte inklusive unnötigen 3D-Effekte. Da sind noch keine Getränke drin oder das lasche Popcorn. *grummel* Kino wird immer mehr zur Unverschämtheit. Für eine Familie mit zwei Kindern kommen da schnell über 100,- deutsche Mark zusammen. Das Geld hat ja auch jeder. Pff!
Wer den Film noch nicht gesehen hat, aber noch sehen möchte, sollte hier erstmal nicht weiterlesen.
Nun zum Film selbst. Es ist ein Kinderbuch, was verfilmt wurde. Das sollte dem Kinobesucher schon im Vorfeld klar sein. Gut, ich würde den Film nicht als Kinderfilm bezeichnen, aber die Vorlage war ein Kinderbuch. Ein dünnes Kinderbuch (ich glaube, es hat 300 Seiten oder so). Und diese 300 Seiten werden jetzt auf drei Filme mit Überlänge aufgeteilt? o.O Ich fand die Handlung streckenweise zu langatmig. Aber das Problem hatte ich schon bei der Herr der Ringe-Triologie (Die Schlachten waren für mich einfach zu lang). Zuviel Blabla in Der kleine Hobbit mit vielen klitzekleinen vermeintlich dramatischen Pausen, in denen das eben Gesagte richtig beim Zuschauer sacken kann und verinnerlicht wird, die aber eher wie "Fuck! Ich habe meinen Text vergessen!" wirkten und für mein Gehör die Dialoge eher stockend wirken ließen.
Es wurde auch gesungen. Damit kann ich bei der Verfilmung eines
Kinderbuchs leben. Zumal ich das Gesungene echt schön fand. Ebenfalls fand ich die Vorgeschichte (wie die Zwerge
den Berg verloren) toll erzählt. Aber ich habe mich streckenweise echt
gelangweilt und das nicht, weil die Handlung an sich langweilig wäre,
sondern weil sie zu sehr ausgeweidet wurde. Es gab immerhin drei, vier Stellen, in denen ich herzhaft gelacht habe (DIE KANINCHEN!).
Die Landschaften Neuseelands sind echt bombastisch. Wer sich für das Land interessiert, findet den Film sicher sehenswert. Ich verstehe aber nicht, warum alle Zwerge eine echte Zwergenzinken bekommen, aber der Zwergenprinz eine normale Nase hat und insgesamt eher wie ein Mensch in Miniatur wirkte. Mein Mann meinte, das wäre wohl für die Identifikations des Publikums mit diesem Charakter. Das kann sein, hat mich allerdings den ganzen Film durch irgendwie gestört. Ein Zwerg soll nicht hübsch sein, sondern ein Zwerg.
Wahrscheinlich werden wir auch in die folgenden Teile ins Kino gehen. Aber das hat eher etwas mit einem vermeintlichen Pflichtgefühl à la "Große Filme muß man im Kino sehen" zu tun anstatt von echter Begeisterung.

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