Freitag, 5. Februar 2010

Kalt

Mir wird vorgeworfen, ich sei kalt. Eine gefühllose Schlampe. Nun, bin ich das? Vielleicht. Aber das hat einen Grund. Die Menschen, die mir das vorwerfen, suhlen sich gerne in ihrem Dreck. Wollen nicht hinaus, sondern einfach nur weiterjammern um des Jammerns Willen.

Früher ... früher hätte ich mitgelitten, mich vergeblich bemüht, ihnen ihre Last abzunehmen. Heute nicht mehr. Ich verschwende meine Zeit nicht darauf, Menschen helfen zu wollen, die insgeheim gar keine Hilfe, sondern sich nur in den Mittelpunkt drängen wollen. Die sich in ihrer Opferrolle gefallen und alles so drehen, damit sie in diese Rolle hineinpassen und alle anderen die bösen Täter sind.

Diese Menschen haben mir in der Vergangenheit viel abverlangt. Heute nicht mehr. Heute kann ich hinter ihr Gejammer sehen, sehe die wahren Beweggründe wie Geltungssucht, Dramaabhängigkeit, Selbstaufopferungswahn ... und spiele da nicht mehr mit. Meine Rolle in diesem unnützen Trauerspiel soll jemand anders übernehmen. Ich verweigere den Dienst.

Und wenn es mich einmal doch berührt, schieben mein Mann oder einer meiner Freunde mir schnell wieder den Kopf zurecht. Irgendwann ist es genug. Irgendwann muß man akzeptieren, daß diese vermeintlichen Opfer eigentlich die Täter sind. Irgendwann verabschiedet sich das Mitgefühl diesen Menschen gegenüber.

Ja, ich bin wohl manchen gegenüber eine gefühllose Schlampe ... aber niemand kann mir erklären, daß das in solchen Fällen nicht das Richtige ist.

12 Kommentare:

  1. Es gibt schon viele Menschen, die einfach nur bejammert werden wollen. Alle sind das aber nicht, man muss da halt unterscheiden können. (Wobei ich damit nicht sagen will, dass du das nicht kannst).

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  2. Muss gestehen, ich bin da zwiegespalten.

    Was für einen Außenstehenden super-einfach zu lösen scheint, ist es nicht unbedingt, wenn man mittendrin steckt.

    Ich weiß noch, als es mir so besch***en ging mit meiner Arbeit.
    Und alle sagten immer so sinngemäß "nee, also da musst Du sofort raus; kündige, alles ist besser als kaputt zu gehen, Du musst da raus, Du findest schon irgendwas Neues".
    Dass aber eben das der finanzielle Ruin hätte sein können, haben irgendwie alle außen vor gelassen, als wäre Arbeitslosigkeit ein überschaubares Risiko. oO

    Da gabs jedenfalls sicher ne Menge Leute, die fanden, ich wälze mich nur in meinem Selbstmitleid ohne wirklich was ändern zu wollen.

    Wie gesagt....von außen sieht das alles manchmal so einfach aus.
    Und wenn so ein Ratschlag à la "jee, kündige, Du musst raus da" dann nämlich schiefgeht und in Arbeitsamt-Terz und ALG-Sperre und was weiß ich endet, dann badet man das ganz allein aus.

    Ist jetzt nur ein Beispiel und wahrscheinlich meinst Du solche Fälle nicht einmal.

    Aber verstehst sicher, was ich sagen will, Pong. xD

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  3. @mys: ich dachte, es sei deutlich geworden, daß ich das nicht pauschal meine, sondern mich auf einen bestimmten Menschenschlag beziehe, den ich mittlerweile dank jahrelangem Training sehr gut und schnell erkenne.

    @Mem: Du gehörst meines Erachtens vermutlich nicht in die Kategorie der Menschen, die ich hier meine, denn du bist heute wo nochmal den Tag über? ^^ Es gibt tatsächlich Menschen, die einen nur als Publikum ihrer Selbstbemitleidung brauchen, weil ihnen das den nötigen Kick gibt. Wenn ich merke, daß Menschen gar kein Interesse an Veränderung haben und nicht zu Selbstreflektion in der Lage sind, sondern alles (wirklich alles! Nicht nur den Job.) so deichseln, daß sie das Opfer sind, egal, wie absurd es eigentlich ist , gehe ich als Selbstschutz auf Distanz, denn den Müll brauche ich nicht. Diese Menschen betrachten sich als Opfer von allem und jedem, einfach weil es ihnen tatsächlich gefällt, das Opfer zu sein. Weil sie es brauchen, das Opfer zu sein, da die Vorstellung, selbst Verantwortung für ihre Lage zu übernehmen und einen Weg raus zu finden, zu unbequem ist.

    Das heißt nicht, daß ich meine Freunde im Stich lasse, sobald sie länger in Schwierigkeiten stecken. Ganz und gar nicht. Ich stehe sofort auf der Matte - jederzeit und auch längerfristig. Meine Freunde gehören aber auch nicht zu diesem Menschenschlag, den ich hier meine. Wenn der Lösungsfindungsprozess länger dauert, erkennt man, ob die Person wirklich ein Interesse hat, etwas zu ändern und einfach ein wenig Zeit braucht, sich darüber richtig im Klaren zu werden oder ob die Person nur eine Show abzieht. Es gibt Menschen, die danach süchtig sind, sich schlecht zu fühlen <- Kein Witz. Und solchen Menschen helfen zu wollen, schadet einem nur selbst. Dafür gibt es dann die Profis, welche diese Menschen aber nicht aufsuchen, weil sie ja gar keine Hilfe, sondern nur die Show wollen.

    Verstehst du, was ich meine, Ping? ;) Das ist reiner Selbstschutz, denn dafür ist mein Leben zu kurz und schade.

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  4. Ah, kk, Pong. Nu weiß ich Bescheid. *g*

    ...solche Menschen kenn ich auch. >__>

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  5. Kälte, der Weg zur dunklen Seite sie ist!

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  6. Uff, das'n schwieriges Thema...um die Uhrzeit. Prinzipiell stimme ich mit dir überein, allerdings mit einigen nicht unerheblichen Einschränkungen. Dazu müsste ich allerdings sehr weit ausholen.
    Will ich aber nicht, jedenfalls nicht jetzt, vielleicht irgendwann mal. Weisst ja, wo du's dann findest.
    Btw: Some people call me "the fridge"
    Und Pong, du bissen Fighter, fällst also nicht in die Kategorie, allerdings...wenn man sich mal so in der Bloggerlandschaft umkuckt...da scheinen schon so'n paar (tausend? Millionen?) Exemplare von der Sorte rumzuschwirren. 8(

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  7. @Mem: Jap, die gibt es überall. Viele potentielle Baustellen für Blossom.

    @Prophet: Ähm ... nö. Kälte, der Weg zu einer gesunden Leben sie ist.

    @Demian: *seufz* Ihr alle mit eure Einschränkungen. Wie ich nun schon mehrmals gesagt habe, beziehe ich mich doch auf einen ganz bestimmten Menschenschlag, nicht die Allgemeinheit. Natürlich gibt es Sachen, die man nicht so schnell überwindet. Natürlich gibt es Dinge, die man sein Leben lang mit sich rumschleppt und die immer wieder rauskommen. Aber dieser spezielle Menschenschlag dreht ALLES so, damit es paßt und sie die Opfer sind. Absolut alles. Und sind überhaupt nicht daran interessiert, etwas zu ändern, weil es ihnen wirklich gefällt, das Opfer zu sein.

    Übrigens scheinst du wieder Ping und mich (Pong) zu verwechseln, Demian - falls du Mem bestätigen wolltest, daß sie nicht in die hier angesprochene Schublade gehört. ^^

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  8. Jepp, nicht zu verwechseln mit Japp, seinem kleinen Bruder.^^

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  9. Diese spezielle Gruppe Leute sind einfach sauer, wenn man sie nicht bejammert. Deswegen nennen die dich so. Überhaupt "Gefühllose Schlampe"?!

    Gefühllos macht im Kontext ja noch Sinn, das letzte Wort aber wohl kaum. Mit so Leuten braucht man sich garnicht erst abgeben.

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  10. @Demian: ... du schaffst mich gerade ^^

    @mys: och, ich mache mir nix aus Beleidigungen von Menschen, die mir nix bedeuten. Das ist die Mühe nicht wert. Und Selbstzweifel können die auch nicht wecken

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