Noch heute glaube ich daran, daß es Unglück bringt, wenn meine Lieben wissen, an welchem Tag genau ich Prüfungen, Präsentationen etc. habe. Deswegen halte ich mich bedeckt, was das angeht. Nichtmal mein Mann hat dieses Mal gewußt, wann genau meine Präsentation war (ok, dank detektivischer Höchstleistungen konnte er sich das zusammen reimen, aber immerhin war er so nett, es mir nicht auf die Nase zu binden - halbwegs zumindest.).
Dadurch entfällt für mich irgendwie auch ein großer Brocken Leistungsdruck. Wenn jeder es im Vorfeld weiß, ich tausend "Ich drück dir die Daumen für morgen"-Mails und Sms bekomme, abends das Telefon nicht still steht, weil jeder einen weisen Spruch hat, was man gegen "Prüfungsangst" macht, dann fühle ich mich echt unter Erfolgsdruck gesetzt, weil dann alle Leute garantiert auch am folgenden Tag auf der Matte stehen und nachhorchen. Und im Fall, daß halt mal etwas nicht gut läuft, mag ich danach nicht jedem erklären müssen, daß ich versagt habe.
Und deswegen ... sage ich es keinem, das Telefon bleibt ruhig und ich kann Schreckensnachrichten erstmal selbst verarbeiten. Wenn es gut läuft, rufe ich dann alle an und nerve sie zu Tode. Dieses Mal war ich wirklich cool vor der Präsentation. Kein Zittern, kein Fiepsen ... ich bin einfach dahin gefahren und habe mich abgesehen vom Moment direkt vor der Präsentation gefreut, es in ein paar Stunden hinter mir zu haben. So sollte es sein.
Dadurch entfällt für mich irgendwie auch ein großer Brocken Leistungsdruck. Wenn jeder es im Vorfeld weiß, ich tausend "Ich drück dir die Daumen für morgen"-Mails und Sms bekomme, abends das Telefon nicht still steht, weil jeder einen weisen Spruch hat, was man gegen "Prüfungsangst" macht, dann fühle ich mich echt unter Erfolgsdruck gesetzt, weil dann alle Leute garantiert auch am folgenden Tag auf der Matte stehen und nachhorchen. Und im Fall, daß halt mal etwas nicht gut läuft, mag ich danach nicht jedem erklären müssen, daß ich versagt habe.
Und deswegen ... sage ich es keinem, das Telefon bleibt ruhig und ich kann Schreckensnachrichten erstmal selbst verarbeiten. Wenn es gut läuft, rufe ich dann alle an und nerve sie zu Tode. Dieses Mal war ich wirklich cool vor der Präsentation. Kein Zittern, kein Fiepsen ... ich bin einfach dahin gefahren und habe mich abgesehen vom Moment direkt vor der Präsentation gefreut, es in ein paar Stunden hinter mir zu haben. So sollte es sein.

Witzig. Auf die Idee bin ich nie gekommen.
AntwortenLöschenDabei ist es total nachvollziehbar und eigentlich auch sinnvoller.
Echt, du findest das nachvollziehbar und sinnvoll? Ich komme mir schon sehr meschugge deswegen vor.
AntwortenLöschenVielleicht ist es nicht richtig deutlich geworden, aber ich bin der Meinung, daß es richtig Unglück bringt, wenn meine Lieben es wissen und daß ich dann eher durchfalle, weil ich a) denke, daß ich es eh nicht packe b) ich richtig Angst davor habe, allen erklären zu müssen, was für eine doofe Nuß ich bin, wenn ich tatsächlich durchfalle und c) sie mich alle vorher wahnsinnig machen. Besonders Punkt b) macht es richtig fies.
Mir kommt das total unlogisch vor, ist aber halt einer der vielen kleinen Ticks von mir. (Ich mache hier gerade eine Rubrik Aberglaube auf. Da kommt dann sowas drinne vor)
Also...mal ab von der Sache mit dem "Unglück" (ich würde das durch 'self-fulfilling prophecy' ersetzen) finde ich a) in Verbindung mit b und c rational nachvollziehbar.
AntwortenLöschenOder anders gesagt: ich wüsste jetzt nicht, was daran weniger "meschugge" ist, dem Irrglauben zu verfallen, dass man eine bessere Leistung erbringt, weil man das Gefühl hat, dass Dutzend Leute einem Glück mitgegeben haben und an einen denken, etc. xD
Es tut sich beides nichts. Und im Endeffekt ist's doch gut, wenn Du für Dich weißt, womit Du besser umkannst, was Dir hilft und was nicht und das dementsprechend konsequent umsetzt.
Doch, ich find das richtig gut. Ehrlich. oO
Ich handhabe das genauso. Seien es Führerscheinprüfungen, Aufnahmeprüfungen, wichtige Klausuren... bla. Das macht doch total Sinn. (Nicht bei allem... bei manchem hab' ich einfach nicht soviel Bammel oder es ist mir einfach wurscht.)
AntwortenLöschenSchließe mich da an.
Wenn ich's versaue, ist es schlimm genug für mich allein. Muss ich dann auch noch allen anderen meine Schande mitteilen und dann auch noch die mitleidigen Blicke ertragen, geht das gar nicht. Messer in der Wunde und so.
@mem: Ja dann ... probier es doch mal selbst aus. Vielleicht merkst du auch eine entstressende Wirkung dadurch. ^^
AntwortenLöschen@Blossom: *freu* ich bin nicht alleine wahnsinnig! :D Genau, die mitleidigen Blicke, das betretende Schweigen, wenn die Leute ihre bisherigen Vorstellungen über meine Person nach unten korrigieren ... *schüttel* Das ist echt das Härteste.
Hier im Blog ist das alles ok. Da kann man nachträglich irgendwann schreiben "Ich habe Mist gebaut" und bekommt eins, zwei Kommentare dazu, aber wenn man es jedem persönlich direkt an dem Tag, an dem man selbst noch daran zu knabbern hat, erzählen muß - immer und immer wieder und jedesmal diese mitleidige Reaktion bekommt - dann beginnen irgendwann die Selbstzweifel. (ist das nachvollziehbar?)
Das mit dem Wahnsinn hätte ich dir auch gleich sagen können. :D
AntwortenLöschenJaaaaa, genau. Dieses "nach unten korrigieren". Hölle. Passt überhaupt nicht in das eigene Selbstkonzept, weil man ja eigentlich genau weiß, dass man es besser kann.
Nur einige andere wissen es dann nicht mehr. *grusel*
Obwohl's ja schon albern ist... ich meine, jedem kann mal ein Schnitzer unterlaufen. Aber den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, ist ganz schön schmerzhaft.
Und die richtigen Freunde glauben ja auch weiterhin an einen und wissen trotzdem, dass man eigentlich super ist.
Aber wer denkt schon so?^^
Also für mich ist die Variante nichts, Daria. ^^ Mich stört es nicht so sehr, wie Dich, wenn andere um das Versagen wissen. Das stresst mich auch nicht.
AntwortenLöschenFertig mach ich mich da selbst, egal, ob andere es wissen oder nicht. xD
Kann ich auch nachvollziehen das, und machs teilweise genauso. Vl nicht im Prüfungsrahmen sondern bei anderen Sachen, die mir sehr wichtig sind und die ich hinter mich bringen will, ohne dass vl andere Leute mitfiebern und mein "Versagen" mitkriegen. In dem Fall kann ich dann hinterher erwähnen wenns gut gelaufen ist, und wenn nicht, behalt ichs für mich. *lol*
AntwortenLöschenIst für mich irgendwie auch logisch. Grad die Sache mit dem Druck kann ich bestens nachvollziehen. Sobald ich denke, dass ich mich vor anderen beweisen muss, werd ich unglaublich unsicher.
Also: Ich zähl mich zum meschugge-Club dazu, aber das war ja jetzt auch nicht wirklich neu. :P