Mittwoch, 7. Oktober 2009

Von Erdmännchen, Tigern und Reisegruppen

Heute nacht habe ich geträumt, daß ich im Zoo ein Praktikum mache und zur Betreuung eines einzelnen Erdmännchens eingeteilt wurde. Der Schlawiner durfte sich frei im Zoo bewegen und so bin ich ihm immer hinterher getrapst. So waren wir irgendwann mitten in einer Führung. Das Erdmännchen konnte sich irgendwie häuten, was ich zum Glück nie direkt gesehen habe. Ich durfte nur im ganzen Zoo Felle einsammeln, die der Kleine verloren hat, die einem nackten Erdmännchen aber sicher noch haargenau gepaßt hätten. Übrigens hatte das Erdmännchen auch Stacheln auf dem Rücken oder eher hochragende Hornplatten, wie früher bestimmte Dinosaurier. Irgendwann erlöste mich die Pflegerin von dem Kleinen und wollte mir noch das Raubtierhaus zeigen.

Sie erzählte mir, daß es dem Zoo gestattet sei, entweder Affen oder Raubtiere zu halten. Dann blieben wir an einem Innengehege stehen, in dem zwei Tiger regungslos lagen. Sie meinte, daß die beiden es wohl nicht geschafft haben, weil sie aus einem anderen Zoo kamen und da ihre Pflegerin ihnen fehlte, sie wohl eingegangen seien. Die Dame öffnete das Gehege, ließ die Tür sperrangelweit offen und erzählte von dem eigentlich geplanten Tiger-Projekt, als sich einer rührte. Ich warnte die Frau, sie kam raus und niemand war gefressen worden. Danach zeigte sie mir die Affen, die ebenfalls in dem Haus waren. Gorillas. Dann füllte sich die Halle mit lärmenden Reisegruppen, denen ich ohne großen Erfolg klar zu machen versuchte, daß sie leise sein sollten.

Naja, und als dann die Tiger ausbrachen, ging das Gekreische erst so richtig los. Die zwei verschwanden durch die Drehtür und rannten in eine Fußgängerzone. Ein Pfleger schnappte sich zwei geräucherte Bratwürste und drückte mir eine in die Hand. Wir würden jetzt Tiger einfangen gehen. Mit einer Bratwurst. Man kann sich vorstellen, daß ich diesem Plan eher skeptisch gegenüber stand. Aber gut, wir zogen los und ich wurde Zeuge, wie in einem Restaurant in der Fußgängerzone an einem Außentisch eine Bekannte saß und sich einem Polizisten in voller Montur flirttechnisch an den Hals warf. Daß ich sie dabei gesehen hatte, war ihr wohl aus irgendwelchen Gründen peinlich. Warum auch immer.

Jedenfalls fanden wir die Tiger (wobei einer jetzt plötzlich kein Tiger, sondern ein Panther war.) Der Pfleger rannte direkt auf den Tiger zu und tollte mit ihm wie mit einem Hund, bevor er ihn Stück für Stück Bratwurst in das Maul schob und Richtung Zoo zurück dirigierte. Ich machte es ihm nach und so bewegten wir uns wieder zurück. Ich habe heute nacht einen Panther gestreichelt. Toll! Zwischendrin fürchtete ich, daß mir die Bratwurst ausgehen würde, aber wir schafften es bis zum Gehege. Dort sperrten wir sie ein ...

und ich wachte auf.

3 Kommentare:

  1. Ich kann nimmer... *prust* Luxus... 1:1-Betreuung der Erdmännchen... großartig. :D

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  2. Du bist bestimmt Psychologin oder Schlosserin oder sowatt.^^ That's sick. Aber Erdmännchen-Einzelbetreuung klingt klasse...weiss dein Mann, dass du nachts nackte Erdmännchen betreust?

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  3. @blossom: Es war halt ein ganz besonderes Erdmännchen, quasi ein VIP-Männchen ^^ Tierisch nervig! Den Job würde ich nicht machen wollen, wenn ich durch Gebüsche robben und das Vieh davon abhalten muß, sich von Fifi und co. beißen zu lassen.

    @Demian: "Du bist bestimmt Psychologin ..." Vermutlich sitzen gerade jetzt meine Freunde verschwörerisch nickend vor dem PC bzw. Laptop, weil sie mich schon in der Rolle kennengelernt haben. Aber nein, damit verdiene ich nicht meine Brötchen. Schlosserin? Nein, auch nicht, aber wie kommst du denn da drauf?

    Das Erdmännchen war doch immer angezogen. Ich bin ihm nur hinterher gestiefelt und wann immer ein Fell an der Seite auf dem Boden lag, habe ich es aufgehoben und wie ein Butler über den Arm gelegt. Was mein Mann davon hält? Nunja, er kennt mich und meine seltsamen Träume schon lange genug.

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